Das Bewerbungsdilemma


Ich möchte in diesem Text den Prozess schildern, den Bewerber bei Planung und Umsetzung von schriftlichen Bewerbungen durchlaufen. Eher zwischen den Zeilen verleihe ich auch meiner Verwunderung Ausdruck: Warum eigentlich muss man für eine Bewerbung einen solch irrsinnigen Aufwand betreiben? Der Text hält aber auch einen Ausweg für Bewerber bereit, die das beschriebene Dilemma vermeiden möchten.

Der unbekümmerte Start

Vielleicht kennen Sie diesen Ablauf: Man nimmt sich für das Wochenende vor, eine Bewerbung zu schreiben. Zwei Stunden oder vielleicht drei müssten ja genügen. Dann ist es so weit. Für Ruhe ist gesorgt und Kaffee frisch gezapft. Nur wie geht man jetzt am besten vor?

Cartoon: Ueberraschter BewerberKlar: Rechner oder Tablet starten und – googeln. Doch spätestens wenn sich das Restlicht der Sonne auffällig dunkelrot streut, dämmert es einem: Das wird kein Spaziergang, das wird ein handfestes Großprojekt. Und wenn man seine Ziele dann auch noch so hoch steckt, dass die Bewerbung eine Chance haben soll, wird einen dieses Projekt wohl noch einige Zeit beschäftigen.

Die Anforderungen an eine Bewerbung im deutschen Sprachraum sind mittlerweile so hoch, die Fallstricke so vielfältig, dass die nahezu perfekte Bewerbung eine Seltenheit geworden ist. Der Bewerber muss sich umfassend informieren und vorbereiten, bevor er auch nur eine Silbe zu Papier bringen kann. Denn um beispielsweise gegenüber 100 Mitbewerbern auf eine ausgeschriebene Stelle eine Chance zu haben, genügt ein "netter Versuch" eben nicht.

Jetzt geht’s los …, oder?

Wer dann endlich das Gefühl hat, genug recherchiert zu haben, beginnt mit dem Anschreiben. Für den Start hat man vielleicht eine entsprechende Vorlage gefunden. Diese passt natürlich meist nicht auf die eigene Situation. Nun muss man gut formulieren können. Kein wirklicher Trost ist hier ein Zitat von William Zinsser "Wenn Sie finden, dass Schreiben schwer ist, so hat das einen einfachen Grund: Es ist schwer." Cartoon: Genervter Bewerber

Doch selbst für begnadete Texter ergeben sich bei der Umsetzung meist weitere Fragen, die geklärt werden wollen. So manche Koryphäe auf dem eigenen Fachgebiet ist bei der zunehmend komplexer werdenden Materie Bewerbung schlichtweg überfordert. Denn bei diesem Thema gilt wie bei vielen gesellschaftlich gewachsenen Traditionen: Nicht alles was üblich ist erschließt sich einem unmittelbar. Die vielen ungeschriebenen Gesetze, Konventionen, Stolperfallen und Tabus führen zu hoher Verunsicherung.

Ist beispielsweise im Lebenslauf die Angabe der Kinder, der Eltern, des Familienstands usw. noch zeitgemäß? Welche DIN-Vorschriften und Gepflogenheiten müssen im Anschreiben beachtet werden? Welche Schriftarten und -größen sind angemessen? Wie gestaltet man Briefkopf und Deckblatt ansprechend?

Wo ist nur der Masterplan?

Trotz aufwändiger Recherchen bleiben oft Unsicherheiten. Ist der Tipp aus dem Job-Forum tatsächlich sinnvoll? Und aktuell? Und warum wiederspricht sich der Tipp mit dem, was einem erst letztens ein Bekannter riet.

Cartoon: Verzweifelter BewerberAuch technische Fragen sind zu klären: Wie kommen Bewerbungsfoto und Unterschrift in die heute unvermeidliche PDF-Datei? Wie vermeidet man Fehler beim Versand per E-Mail? Sollte man dort alle Dateien zusammenfassen? Wer weiß schon, wie man mehrere PDF-Dateien zu einer Einzigen zusammenführt? Diese und andere Fragen zu klären kostet Zeit – und Nerven.

Das Dilemma

Cartoon: Trauriger BewerberBenötigt wird für so viel Einsatz ein hohes Maß an Motivation. Und das, obwohl für viele Bewerber eine ganze Menge Frust vorprogrammiert ist. Da sind Absagen auf die ersten Bewerbungen nur ein Faktor. Allzu häufig erhält man gar keine Reaktion. Eingangsbestätigung, Absage, Rücksendung: Fehlanzeige. Und das selbst bei namhaften Unternehmen. Die Chefin einer Bekannten stapelte leere Bewerbungsmappen wie Trophäen auf ihrem Schreibtisch, andere senden Bewerbungsunterlagen in DIN-A5-Briefumschlägen zurück oder bitten um Abholung – Bewerber müssen heute hart im Nehmen sein.

Dazu kommt: Brüche im Lebenslauf, fehlende Qualifikationen oder Schwierigkeiten bei der Formulierung des Anschreibens rufen bei vielen Bewerbern das Gefühl hervor, sowieso keine Chance auf die ausgeschriebene Position zu haben. Raubt einem der so aufgestaute Frust die Energie zur Erstellung einer erfolgversprechenden Bewerbung, nimmt es seinen Lauf: das Bewerbungsdilemma. Denn: Demotivierte Bewerber schreiben keine konkurrenzfähigen Bewerbungen.

Die Suche nach dem Ausweg

Cartoon: Ausweg fuer BewerberAls sich vor einigen Jahren meine Frau durch dieses Thema kämpfte, wurden mir die vielen Hürden bewusst. Ich suchte nach einem Ausweg, der das Bewerbungsdilemma erst gar nicht entstehen lässt.

Klar, man könnte einen Bewerbungscoach engagieren. Doch wer kann sich die mitunter dreistelligen Stundenhonorare schon leisten. Mit 10 Jahren Personalarbeit in einem Großunternehmen und weiteren 15 Jahren Softwareentwicklung im Rücken konzipierte ich eine softwarebasierte Lösung. Diese sollte dem Anwender viel Zeit sparen und gleichzeitig ein hochwertiges Ergebnis liefern. Formelle oder technische Fragen würden sich dem Anwender erst gar nicht stellen, so dass aufwendige Recherchen entfallen könnten. Auch im Formulieren unsichere Bewerber erhielten durch eine hohe Anzahl an Textbausteinen für möglichst viele Situationen eine textlich individuelle Bewerbung.

Durch die Präsentation einer inhaltlich und optisch hochwertigenBewerbungBewerbung würden die Chancen des Bewerbers steigen. Und vielleicht wäre es nicht zu vermessen zu hoffen, dass der Frust der Nutzer eines solchen Programms nicht nur durch die Zeitersparnis sinken würde, sondern auch durch die eine oder andere Zusage.

Der Ehrgeiz war geweckt. Doch die Ziele während der kompletten Planung und Umsetzung nicht aus den Augen zu verlieren, machte das Programm zu einem anspruchsvollen und zeitlich aufwändigen Projekt. Als knifflig erwies sich oft, den eigenen hohen Anspruch ohne faule Kompromisse mit dem technisch Machbaren zu vereinbaren und dabei immer die einfache Anwendbarkeit im Auge zu behalten.

Geschafft!

Cartoon: Gluecklicher BewerberDoch nach über drei Jahren Entwicklungszeit sind nun alle Ziele umgesetzt und das Programm Kreative Bewerbung schreiben steht zum Download bereit. Einige Ideen für nützliche Innovationen entstanden sogar erst während der Entwicklung des Programms. So ist nun das automatisierte Einfügen von Daten aus kompletten Stellenanzeigen möglich und die Bewerbungsseiten können mit einem einheitlichen Personal Design versehen werden. Das Wichtigste ist aber, dass mit dem Programm komplette, moderne Bewerbungen erstellt und versandt werden können (E-Mail-Funktion mit PDF-Umwandlung und -Zusammenfassung) – begleitet von Tooltips/Quickinfos, Beispieldaten und überall abrufbaren Erläuterungen, die dem Anwender die erwähnten Recherchen ersparen.

Ich würde mich freuen, wenn mir mit dieser Software eine auch in Ihren Augen hilfreiche Unterstützung für Bewerber gelungen ist – und das Bewerbungsdilemma somit bisweilen verhindert werden kann …


Thomas Wuscher


Die Ergebnisse meiner Recherchen zu mehreren, oben teilweise erwähnten Fragen dürften für viele Bewerber von Interesse sein. Ich stelle diese daher hier in Form von Tipps zur Verfügung:

14 Tipps zur Bewerbung